© Foto: TVB Attersee-Attergau/Johanna Kiebler, Modell Pfahlbaudorf
Modell eines Pfahlbaudorfes am Attersee

UNESCO-Welterbe: Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

Aus der Jungsteinzeit  stammen die ersten Spuren menschlicher Siedlungstätigkeit am Attersee. Die jüngste wissenschaftliche Untersuchung von Pfahlbauresten (2000/2001) hat die ältesten Funde auf die Zeit um 3770 v.Chr. datiert. Das bedeutet, die Geschichte der Pfahlbauten am Attersee beginnt sehr viel früher, als ursprünglich angenommen.

Erster Pfahlbau im Salzkammergut 

Am 25. August 1870 konnte der erste Pfahlbau im Salzkammergut bei Seewalchen am Attersee, unmittelbar am Austritt der Ager, durch Ladislaus Gundaker Graf Wurmbrand-Stuppach nachgewiesen werden. Innerhalb der nächsten zehn Jahre wurden weitere Pfahlbausiedlungen (insgesamt zehn) am Attersee, Mondsee und Traunsee nachgewiesen. Seit dieser Zeit werden die Pfahlbausiedlungen des Attersees systematisch erforscht, und eine Unzahl von Fundgegenständen vermitteln uns heute ein sehr genaues Bild davon, wie die Menschen in dieser Zeit gelebt haben. Sie hausten in Hütten, die auf Pfählen im Seeuferbereich errichtet wurden. Die romantische Vorstellung von Pfahlbauten auf dem Wasser ist wissenschaftlich überholt. Die klimatischen Untersuchungen ergeben für die Pfahlbauzeit nämlich einen niedrigeren Wasserspiegel als heute, so dass sich die Bauten damals am Seeufer befunden haben und nur bei Hochwässern zeitweilig überschwemmt worden sind.

Landesausstellung 2027

In Vorbereitung zur Landesausstellung 2027 wurde deshalb vom Kuratorium Pfahlbau das mehrjährige Forschungsprojekt "Zeitensprung prähistorischen Seeufersiedlungen“ initiiert. Gerald Egger, seines Zeichens Pfahlbauenthusiast, und sein Team, haben sich der Vermittlung vom  „Abenteuer Pfahlbau“ für Jung und Alt verschrieben, und begeistern damit die Besucher.

Der Verein Freunde der Archäologie des Attersees und seines Hinterlandes wiederum hat sich zum Ziel gesetzt, spannende wissenschaftliche Themen der Archäologie und neuere Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung aus der Region einem interessierten, größeren Publikum zu vermitteln.Alle geschichtlich, interessanten Details zur gesamten Thematik kann man auch auf Atterwiki nachlesen. 

UNESCO-Weltkulturerbe

Die Pfahlbauten haben im Alpenbereich eine derartige Bedeutung, dass sie im Juni 2011 in den Status eines UNESCO-WeltKulturerbes erhoben wurden.

Ankerfreie Schutzzonen im Attersee

 

 

In der Detailkarte des Attersees sind die ankerfreien Zonen rot eingezeichnet. 

Im Uferbereich siedelten seit der Jungsteinzeit Menschen in Pfahlbausiedlungen. Am Ufer des Attersees haben sich die urgeschichtlichen Dorfruinen im Seeboden erstaunlich gut erhalten. Das Ankern in diesen Bereichen zerstört die über 6000 Jahren alten Pfahlbauten. 

Ein Anker jeder Größe gräbt sich in den Boden ein und die Ankerkette schleift die Oberfläche des Seegrunds ab. Zerstörungen durch Ankerwurf zeigen sich deutlich in den jährlichen Kontrollen der Fundstellen. 

Im Jahr 2016 erließ die BH Vöcklabruck eine "Verordnung hinsichtlich der Abwendung von Gefahren für die Pfahlbaustationen im Attersee-Ankerverbot", die das Ankern und Schleifenlassen von Ketten in diesen Gebieten untersagt.